Die Haltung

Da es bei der Kaninchenhaltung noch kein Haltungssystem gibt, das wirtschaftlich und artgerecht ist, wird die bestehende Haltungsform ständig weiterentwickelt. Das Wildkaninchen lebt in der freien Natur in Gruppen, deshalb werden die Kaninchen in Gruppen auf dem Boden gehalten. Jede Bucht ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Der Fressbereich ist nicht eingestreut, da hier täglich die Futterreste und Ausscheidungen entfernt werden. Der andere Bereich wird mit Stroh eingestreut. Somit können die Tiere zwischen zwei Varianten wählen. Dabei kann beobachtet werden, dass die Kaninchen an warmen Tagen eher auf der Betonfläche liegen und an kalten Tagen eher im Stroh. Außerdem befinden sich im eingestreuten Bereich noch Holzkisten, die als Unterschlupf und erhöhte Ebenen dienen und den Kaninchen somit ihre arttypischen Verhaltensmuster ermöglichen.

In den beiden Zuchtgruppen werden vier bzw. sechs Häsinnen gehalten, die in der Gruppe werfen und ihre Jungen gemeinsam aufziehen. Die männlichen Tiere werden nach ca. drei Monaten aussortiert und bilden eine neue Gruppe. Kommt es vor dem Schlachttermin zu Rangordnungskämpfen mit Verletzungen, wird die Gruppe auf Einzelboxen verteilt. Die weiblichen Jungtiere bleiben in der Regel bis zur Schlachtung in der Gruppe, da sich diese nur selten gegenseitig verletzten. Die anderen drei Häsinnen werden in Einzelbuchten gehalten, um die Aufzuchtleistung mit der Gruppe zu vergleichen.

Bei der Haltung wird großen Wert auf Sauberkeit gelegt, so dass sich Krankheiten nicht ausbreiten können und somit auf den Einsatz von vorbeugenden Medikamenten verzichtet werden kann. Da das Kaninchen sehr krankheitsanfällig ist und die Krankheiten sich schnell ausbreiten können, ist es wichtig kranke Tiere sofort zu erkennen und von der Gruppe zu isolieren.